Home / Allgemein / Ursachen von Dehnungsstreifen

Ursachen von Dehnungsstreifen

Die tatsächlichen Ursachen für die Entstehung von Dehnungsstreifen sind bis heute wenig erforscht. Dennoch stellen wir Ihnen in diesem Artikel sieben gängige Hypothesen vor, die einen großen Einfluss auf das Hautbild zu haben scheinen.

Der Begriff Dehnungsstreifen lässt zwar darauf schließen, dass die lästigen Geweberisse aufgrund der mechanischen Effekte der Dehnung des Bindegewebes entstehen, hierbei handelt es sich allerdings vermutlich nur um eine von vielen möglichen Ursachen.

Insgesamt gesehen gibt es vermutlich nicht nur „die eine“ Ursache für Dehnungsstreifen. Stattdessen beeinflussen sich die ausschlaggebenden Faktoren gegenseitig, sodass es letztendlich immer auf die Kombination der Faktoren ankommt.

Ursachen von Dehnungsstreifen: Die gängigen Hypothesen

Die moderne Medizin hat mittlerweile eine ganze Reihe von möglichen Ursachen von Dehnungsstreifen ausgemacht. Wir stellen Ihnen die gängigen Hypothesen in der folgenden Auflistung etwas näher vor:

  • Infektionen
    Wenn Infektionen das Hautgewebe schädigen, dann kommt es zur Ausschüttung eines Proteins namens Striatoxin. Es besteht der Verdacht, dass Striatoxin dafür verantwortlich ist, das Kollagen innerhalb der Haut zu schädigen – es wirkt also wie ein Giftstoff (daher auch die Endung -toxin).
  • Mechanische Effekte der Dehnung
    Bei einem starken Volumenzuwachs innerhalb kürzester Zeit kommt es schnell zu einer Schädigung des Bindegewebes, da sich dieses nicht schnell genug an die neuen Gegebenheiten anpassen kann. Beispiele dafür sind Schwangerschaften, Fettleibigkeit und starkes Muskelwachstum binnen kürzester Zeit.
  • Wachstum während der Pubertät
    Während der Pubertät wächst der Körper bekanntlich besonders schnell. Das schnelle Wachstum bestimmter Körperteile kann natürlich ebenfalls zur Entstehung von Dehnungsstreifen führen.
  • Vermehrte Ausschüttung von Wachstumshormonen
    Vergangene Studien haben gezeigt, dass es bei hohen Konzentration von Wachstumshormonen im Blut ebenfalls zur Entstehung von Dehnungsstreifen kommen kann. Die Hormone haben einen katabolen (= abbauenden) Effekt auf die Fibroblasten, die sich in der Haut befinden – diese wird also aufgrund der Veränderungen dünner und weniger widerstandsfähig. Außerdem lagert sich weniger Kollagen ab, das einen Hauptbestandteil des Bindegewebes darstellt. Diese Effekte treten beispielsweise bei Therapien mit Wachstumshormonen (zum Beispiel Cortisontherapie) oder beim sogenannten Cushing-Syndrom auf.
  • Genetische Veranlagung
    Die genetische Veranlagung scheint ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Dehnungsstreifen zu spielen. Beispielsweise bei Menschen, die unter dem genetisch bedingten Ehlers-Danlos-Syndrom („Gummihaut„) leiden, treten grundsätzlich keine Dehnungsstreifen auf. Menschen, die unter dem ebenfalls genetisch bedingten Marfan-Syndrom leiden, müssen hingegen mit Dehnungsstreifen als Symptom ihrer Krankheit leben.
  • Immunsupression bei Krankheiten
    Außerdem besteht der Verdacht, dass Dehnungsstreifen besonders dann recht schnell entstehen, wenn es zu einer Immunsupression (= Unterdrückung immunologischer Prozesse) aufgrund von Krankheiten kommt. Beispiele für solche Erkrankungen sind HIV, Tuberkulose und Typhus.
  • Chronische Lebererkrankungen
    Auch bei chronischen Lebererkrankungen besteht der Verdacht, dass die Entstehung von Dehnungsstreifen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit auftritt.

Quellenangabe

Dieser Artikel basiert hauptsächlich auf einer Meta-Studie von Elsaie et al. aus dem Jahre 2009:

Elsaie M. L., Baumann L. S. & Elsaaiee L. T. (2009). Striae Distensae (Stretch Marks) and Different Modalities of Therapy: An Update. American Society of Dermatologic Surgery 35(4): 563-573.

Ursachen von Dehnungsstreifen
5 (100%) 1 vote