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Was sind Dehnungsstreifen?

Dehnungsstreifen sind sichtbare Dehnstellen, die sich in der Unterhaut (= Subkutis) befinden. Doch wie kann die Morphologie von Dehnungsstreifen in am besten Worte gefasst werden? Gibt es sichtbare Unterschiede zwischen einzelnen Geweberissen?

Als Ursache für Dehnungsstreifen wird häufig die starke, mechanische Dehnung des Gewebes genannt. Diese macht in Wirklichkeit jedoch nur einen Teil der möglichen Ursachen aus. Aktuell gibt es sieben gängige Hypothesen über die möglichen Ursachen von Dehnungsstreifen.

Dehnungsstreifen werden auch als Schwangerschaftsstreifen bezeichnet, wobei weitere geläufige Synonyme Striae cutis atrophicae und Striae cutis distensae sind.

Diese Begriffe stammen aus dem Lateinischen, wobei „striae“ mit „Streifen“ und „cutis“ mit „Haut“ übersetzt werden kann. Der lateinische Begriff „atrophicae“ bedeutet ganz einfach „atrophisch„, was wiederum „schwindend“ oder „abbauend“ bedeutet. „Distensae“ kann mit „überdehnt“ übersetzt werden.

Morphologie von Dehnungsstreifen

Dehnungsstreifen können in verschiedenen Farbtönen auftreten, wobei sie kurz nach der Entstehung meist rosarot bis dunkelviolett aussehen. Im Laufe der Zeit verändert sich ihr Farbton jedoch – nach langer Zeit schimmern sie oft schließlich nur noch weißlich.

Geweberisse jucken außerdem in manchen Fällen und weisen leichte Erhebungen auf, die sich mit der Zeit jedoch wieder absenken. Diese Absenkung ist mit dem kontinuierlichen Abbau von Kollagen und Elastin zu erklären.

In den meisten Fällen treten Dehnungsstreifen nicht alleine auf, sondern in Form von mehreren, zueinander parallel verlaufenden Streifen. Diese Steifen sind durch gesunde Hautpartien voneinander abgetrennt – doch auch ein isoliertes Auftreten von einzelnen Dehnungsstreifen ist möglich.

Die Hautrisse sind meist wenige Millimeter breit und mehrere Zentimeter lang. Mit etwas Feingefühl kann man sie ertasten, da sich die Oberfläche von der typischen Oberfläche gesunder Haut unterscheidet.

Dehnungsstreifen sind klassisches Narbengewebe, weshalb sich in ihnen keine Talg- und keine Schweißdrüsen befinden.

Unterscheidung verschiedener Formen

Grundsätzlich unterscheidet man optisch vier verschiedene Arten von Dehnungsstreifen, die sich aufgrund ihres Farbtons voneinander unterscheiden. Die Pigmentzellen in der Haut (= Melanozyten) scheinen beim Farbton eine wichtige Rolle zu spielen. Der rosa-rote Farbton entsteht durch durchscheinende Blutgefäße.

  • Striae alba (weißlicher Farbton)
  • Striae rubra (rosa-roter Farbton)
  • Striae caerulea
  • Striae nigra

Des Weiteren existieren spezielle Begriffe für Dehnungsstreifen, je nachdem aufgrund welcher Ursachen sie entstanden sind:

  • Striae gravidarum (Schwangerschaftsstreifen)
  • Striae adolescentium (Pubertäts- bzw. Wachstumsstreifen)
  • Striae obesitatis (Aufgrund von Übergewicht)

Wo kommen Dehnungsstreifen am häufigsten vor?

Geweberisse kommen immer dort vor, wo viel Bindegewebe vorhanden ist. Nichtsdestotrotz können sie grundsätzlich überall vorkommen – mit einer einzigen Ausnahme: Dem Hodensack des Mannes.

Am häufigsten kommen sie am Bauch, an den Hüften, an den Oberarmen, am Gesäß, an den Brüsten und an den Schenkeln vor.

Bei Frauen treten Dehnungsstreifen durchschnittlich zweieinhalbmal häufiger auf als bei Männern. Zudem erwischt es während der Schwangerschaft 90 Prozent aller Frauen.

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